ULEI · 1276
Stockquerflöte
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© © Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig
Description
d1-Größe auf d1 (bei längerem Mittelstück). es1-Größe auf es1 (bei kürzerem Mittelstück). Mundloch: rund, D = 8,6 mm, e = 140/246 mm (4/7). 1 Klappe für es1. Löffel: fast quadratisch. Wulstlager. Kopf umgekehrt konisch. Kopfschaft gerissen. Die Mittelstücke für d1 und es1-Stimmung sind wie Wechselstücke austauschbar (l = 359 und 384 mm). Die Tonluft entweicht aus 2 Windlöchern in der Stockspitze. Kopfverschluß (Schraubdeckel). Als Knotenstock gearbeitet. Formgebung in der Art von Lambert (Paris) und Reffay. Die Mittelstücke sind unterschiedlich mensuriert. d1-Mittelstück: Bohrung enger, Grifflochdurchmesser relativ größer als beim es1-Mittelstück. Im Verhältnis von Grifflochweite zu Rohrquerschnitt ausgeprägt französische Mensur mit Kongruenz von Griffloch 1, 2 (0,385) und 4, 5 (0,41). Konus = 7/9. es1-Mittelstück: Im Verhältnis von Grifflochdurchmesser zu Rohrquerschnitt abgewandelte französische Mensur mit Kongruenz von Griffloch 1, 2, 4 (0,37). Konus = 4/5. Die Mensurunterschiede führen beim d1-Mittelstück zu einem zarten, hellen, beim es1-Mittelstück mehr zu einem weichen, dunklen Klang. Bemerkenswert ist der schwache Konusanstieg und das kleine runde Mundloch, das dem Klang einen zarten, "süßen" Charakter verleiht. Kleines rundes Mundloch, sehr lange Zapfen (ca. 3,5 cm), die Form des Wulstrings und auch die Knotenstockbauweise sind Merkmale der Mitte des 18. Jh. Die Klappenformen weisen dagegen in die angegebene Zeit. Wie 1277 zeigt, wurden in Coselchis Werkstatt auch zeittypische Stockflöten hergestellt. Vorliegendes Instrument ist offenbar eine Nachgestaltung nach einer französischen Vorlage des 18. Jh. Gut gearbeitet. Anschlussdurchmesser: 17,6/16,5 mm, 12,9/14,0 mm (d1-Mittelstück), 17,6/17,0 mm, 13,5/14,0 mm (es1-Mittelstück). Trotz der Abweichungen gehören alle Teile zusammen. Eine genaue Zuschreibung zu den einzelnen Gliedern der Familie Coselchi ist z. Z. noch nicht möglich.
Literature references
Herbert Heyde: Flöten. Musikinstrumenten-Museum der Karl-Marx-Universität Leipzig. Katalog, Bd. 1, Leipzig 1978, S. 125-126.
Georg Kinsky: Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, Bd. 3: Blas- und Schlaginstrumente [unveröffentlichtes Manuskript, ca. 1912], S. 90.
Inscriptions
Herstellersignatur. Werkstattzeichen (?): durch 5 viereckige Punkte gebildetes griechisches Kreuz.
Measurements
Angabe mit d1-Mittelstück: Länge: (843+22) mm