ULEI · 168
Orphika
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© © Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig
Description
Modell nach Carl Leopold Röllig; mit Flageolett-Vorrichtung: eine Leiste mit Filzstücken kann mit der linken Hand auf die Mitte der Saiten gedrückt und dadurch die obere Oktave des jeweiligen Tones hervorgebracht werden
Umfang der Klaviatur: e - g2 (zwei Oktaven und Terz). Die Untertasten sind mit Bein belegt, die Obertasten sind aus Ebenholz. Das hübsche Instrument ist in Mahagoni furniert. Die Vorderleiste des Rahmens ist mit Elfenbeinadern und rautenförmigen Elfenbeinplättchen eingelegt. Das Namensschild ist von messingenen Perlstäbchen eingefasst; der untere Rand des Gehäuses ist von einer Ahornader umsäumt.Einchörige Besaitung und Wiener Mechanik mit Messingkapseln und Auslösung. Außerdem ist eine sog. Flageolett"- Vorrichtung vorhanden: eine Leiste, die mit der linken Hand bedient wird und durch leichtes Andrücken von zugespitzten federnden Filzstückchen auf die Mitte der Saiten die höhere Oktave des betreffenden Tones zum Erklingen bringt.
Context
Musikliebhaber aus dem Bürgertum erfreuten sich gern an außergewöhnlichen Klanggeräten. Bei den damals sehr beliebten Serenaden, die auch im Freien stattfanden, tat das kleine tragbare Klavier "Orphika" gute Dienste. Um die Schulter gehängt oder auf den Schoß (im Zimmer auf einen Tisch) gelegt, ermöglichte es die Wiedergabe einfacherer Musikstücke, auch zur Gesangsbegleitung oder im Ensemble. Den Namen gab ihm sein Erfinder Carl Leopold Röllig aus Wien (um 1740-1804) in Anlehnung an die antike Lyra des Orpheus.
Literature references
Georg Kinsky: Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, Bd. 1, Köln 1910, S. 168/169.
Inscriptions
gravierte Inschrift; die Bemerkung in eckigen Klammern stammt von Kinsky 1910
Measurements
Breite: 1,02m, Tiefe: 24 cm, Höhe: 8,5 cm