ULEI · 382
chromatische Harfe
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© © Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig
Description
Der sich nach unten stark verbreiternde Resonanzkörper des außergewöhnlich großen und bemerkenswerten Instruments ist aus elf breiten Spänen zusammengesetzt und an den Rändern vergoldet. In der Decke befinden sich acht paarweise angeordnete sternförmige Schallöffnungen. Der in eigenartiger Weise angeordnete Bezug der Harfe besteht aus 85 größtenteils chromatisch gestimmten Darmsaiten im Umfang von Contra-G - f3 (vier Oktaven und Septime), und zwar sind die diatonischen Saiten (mit Ausnahme der nur einfachen Saiten für die Contra-, große und dreigestrichene Oktave) doppelchörig, alle chromatischen Saiten einfach. Die diatonischen Saiten sind in zwei miteinander parallel laufenden Reihen gruppiert, während die für die Halbtöne bestimmten einzelnen Saiten zwischen den Doppelsaiten und zwar etwas hervorstehend angeordnet sind, so dass die Gruppierung der Besaitung dem Bilde einer Klaviatur mit Unter- und Obertasten ähnelt.
Decorative features
Das Kapitäl der teils rund, teils achtkantig geformten Säule ist ebenso wie der Hals mit hübschen vergoldeten Blattwerk-Schnitzereien im Louis XVI.-Stil verziert.
Literature references
Georg Kinsky: Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, Bd. 2, Köln 1912, S. 17f.
Performance characteristics
Beim Spiel wurde der große Schallkasten gegen die linke Schulter geneigt. In entgegengesetzter Weise wie bei der gewöhnlichen Harfe mussten die Diskantsaiten mit der linken, die Basssaiten mit der rechten Hand geschlagen werden. Die chromatischen Saiten wurden anscheinend mit dem Daumen gezupft; durch ihre eigentümliche Lage zwischen den beiden Chören der diatonischen Saiten erforderte ihre Behandlung einen sehr geschickten Spieler. Die Gruppierung der diatonischen Doppelsaiten sollte wahrscheinlich durch rasches abwechselndes Schlagen der beiden im Einklang gestimmten Saiten ähnlich wie bei der Mandola den Effekt einer Tonverlängerung ermöglichen.
Inscriptions
geschriebener Zettel im Inneren des Resonanzkörpers
Measurements
Gesamthöhe: 2,08 m; größte Breite: 73 cm; Länge des Resonanzkörpers: 1,52 m; Umfang desselben: 1,95 m; größte Breite der Decke: 50 cm