ULEI · 1173

Stockflöte in B

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© © Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Foto: Karin Kranich

Description

In kurzer (Flageolet-) Form, Silberklappen mit oboenartigen Schallbecher. b1-Größe auf g1 (tiefe Stimmung). Grundleiter bei d1-Stimmung: d1 e1 ++f1 g1 a1 h1 cis2. Das Daumengriffloch ist durch eine Elfenbeineinlage zu einem reinen Überblasloch verengt. Kernspalt: gerade, mittelweit, vordere Breite = 11,9 mm. AS = 4,5 x 10,5 mm. Labium gerade. Lb = 2/9 (nach Innendurchmesser des Gegenzapfens). Lh = 3/7. Die Aufschnittkanten laufen parallel. 10 Klappen bei d1-Stimmung für h (offen, V/I), c1 (offen, V/r), cis1 (offen V/r); es1 (V/r), f1 (IV/r) mit Hebel für V/I, fis1(IV/r), gis1 (V/I), b1 (II/r), c2 (IV/I), d2 (III/r, Trillerklappe). Korpus- und Bocklager. Anblaskapsel nicht erhalten. Kopf mit Gegenzapfen aus Messing, er ragt ca. 3 cm in den Kopf. Zapfen mit Neusilberhülsen eingefasst. Grifflöcher schwach ausgestochen. Schmaler oboenartiger Schallbecher in der Art der Wiener Oboen, mit 2 Stimmlöchern. Über den Zusammenhang zwischen Zieglers, Kochs und Schölnasts Czakans s. Koch 3246. Auch vorliegendes Instrument ist ein "complicirter Czakan" im Sinne von Krähmers Czakanschule von 1821. Die enge Anlehnung an F. Schölnast zeigt sich bei Ziegler an den Löffeln mit Muschelprofil und an den 2 abgesetzten Ringen am Unterstück; es sind Relikte der "Knoten" der Czakan-Stockflöten. Die nicht mehr erhaltene Anblashaube hatte jene Form, wie sie aus der Czakandarstellung in Krähmers Grifftabelle zu ersehen ist. Krähmer sagt in der erwähnten Czakanschule von 1821, dass Schölnast und Ziegler die besten Czakane bauen würden. "Letzterer hat sich hauptsächlich in Hinsicht der Formen verdienstlich gemacht, auf Verlangen verfertigt er Czakans in der gefälligen Form einer Oboe, nur das Mundstück abgerechnet" (ebenda). Um ein solches Instrument handelt es sich bei 1173. Mit -23 HT (bei g1) ist die Bohrung sehr eng, sie liegt bereits im Bereich der Bohrungsweite der Querflöten. Konus = 4/7. Unsymmetrische Mensur mit der relativen Grifflochtendenz 1 3 2 4 5 6. Das Bestreben, den Czakan der Querflöte anzugleichen, zeigt sich neben der gleichen Anordnung der c1-, cis1-, es1-Klappe, einer gewissen Angleichung der Grundleiter, auch im Klanglichen: Nach der relativen Labiumbreite war der Durchmesser des gesamten Kopfes auf 15,0 mm berechnet. Gut gearbeitet.

Literature references

Herbert Heyde: Flöten. Musikinstrumenten-Museum der Karl-Marx-Universität Leipzig. Katalog, Bd. 1, Leipzig 1978, S. 62-63.

Georg Kinsky: Musikhistorisches Museum von Wilhelm Heyer in Cöln, Bd. 3: Blas- und Schlaginstrumente [unveröffentlichtes Manuskript, ca. 1912], S. 47.

Performance characteristics

Klangtyp: größeres Volumen, voller, kräftiger und offener Klang.

Inscriptions

Herstellersignatur. Werkstattzeichen: österreichischer Doppeladler.

Measurements

Länge: 498 mm (ohne Windhaube), Kopulatorlänge: 446 mm (bis Rohrende)

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