SPK · III C 525

"Doppelmarimba"

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© Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Ethnologisches Museum - Foto: Susanna Schulz

Description

Dies ist ein frühzeitig, 1874 erworbenes Exemplar eines ungewöhnlichen Typus. Unter die vielerlei Formen, die Raphia-Lamellophone in West-Zentralafrika angenommen haben, fällt jene mit einem sehr breiten, oft mit Gravuren versehenen Klangbrett, bei dem scheinbar zwei Lamellophone nebeneinander auf demselben Klangbrett montiert sind. Daher wird dieses von Klingenhöfer erworbene Instrument in der Karteikarte "Doppelmarimba" benannt. Dieser Typus taucht in den verschiedensten Sammlungen auf; nur wusste man selten seine Herkunft. Der organologische Befund stützt sich auf gewisse Parallelen zum bekannten Typus des „'Calabar"-Lamellophons, den wir von den Sammelobjekten III C 20100 und III C 20099 her kennen, nämlich: 1.Die individuelle Lamellenreihe beider auf dem Brett paarweise angeordneter Lamellophone, hat in sich acht Zungen (aus Raphiamaterial). 2.Die Anordnung ist V-förmig oder W-förmig; bei vorliegendem Exemplar hat der rechte Teil eine W-förmige Lamellenanordnung. 3.Zwei analoge „'Stege", Vordersteg und Hintersteg dienen zur Auflage der Lamellen. Die Identität der Stege könnte übrigens auf entfernte historische Ideenverwandschaft solcher Lamellophone mit Holmxylophonen hinzudeuten. Die Holme solcher Instrumente sind gleichfalls analog. Die Befestigung der Lamellen erfolgt mit Rotang, jedoch nach einem sehr komplexen Flechtverfahren. Dieses ist verschieden sowohl von dem im Ostnigeria/Südwestkamerun-Raum gleichfalls verbreiteten Kett-Stich-Verfahren, wie auch von dem wesentlich einfacheren Bindeverfahren, das sich bei den boxresonierten Calabar-Lamellophonen findet. Bei vorliegendem Instrument ist der größte Teil des Klangbrettes durch Reliefgravuren dekoriert. Am unteren Ende des Resonanzbrettes findet sich ein kleines Loch mit einer Schnur zum Aufhängen. Wahrscheinlich wurden solche Lamellophone von Personen mit deren Daumennägeln gespielt, wovon die Abnutzungserscheinungen auf dem weichen Brett dieses wohl sehr alten Exemplars ein beredtes Zeugnis geben. Gerhard Kubik: Kalimba, Nsansi, Mbira - Lamellophone in Afrika: Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin (SMB), 1998 - Neue Folge 68 - Musikethnologie X, S. 129-131 (Abb. 81a und 81b)

Measurements

Objektmaß: 26,5 x 33 cm

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